In Neuss sollen alle Kinder die gleichen Chancen auf eine gute Zukunft haben, unabhängig von ihrer Herkunft oder vom Geldbeutel der Eltern. Wir dürfen kein Kind zurücklassen!

Deshalb muss auch hier das Leitbild der SPD-geführten Landesregierung „Kein Kind zurücklassen!“ bald volle Geltung haben.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Ich möchte, dass Neusser Kinder, Jugendliche und ihre Eltern durch eine möglichst lückenlose Betreuungs- und Präventionskette frühzeitig Unterstützung bekommen. Dadurch soll Familien nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ geholfen werden, bevor schwerwiegende Probleme auftreten. Hierzu müssen die Maßnahmen der Jugendhilfe, des Gesundheitswesens, des Bildungs- und Sozialbereichs in der Stadt Neuss noch besser koordiniert werden.

Ein ähnliches Projekt wird in Dormagen seit vielen Jahren mit großem Erfolg durchgeführt und hat sich bundesweit als „Dormagener Modell“ einen Namen gemacht.

Die SPD-Ratsfraktion bringt deshalb auf meine Initiative hin einen Antrag in den Stadtrat ein, damit Neuss demnächst als so genannte „Modellkommune“ am Landesprogramm „Kein Kind zurücklassen“ teilnehmen kann.

Dieses Modell wurde bereits in 18 Kommunen erfolgreich erprobt und wird jetzt schrittweise auf ganz NRW erweitert.

Schaut man sich die Ergebnisse der ersten Modellkommunen an, so sind die Erfolge durchaus beeindruckend.

Chancengleichheit verbessern

In Bielefeld haben 43 Prozent der Kinder einer Risikogruppe den Sprung zu einer guten Sprachentwicklung und zu altersgerechten Deutschkenntnissen geschafft, weil man gezielt und frühzeitig ihre Sprachkompetenz gefördert hat.

Neben einer Verbesserung der Chancengleichheit für Kinder hat das Modellprojekt auch gezeigt, dass frühzeitiges Vorbeugen hilft, den Kommunen Geld zu sparen.

Im Bereich der Hilfen zur Erziehung gibt es ein großes Potential, um finanzielle Vorteile zu erreichen. Ein gutes Praxisbeispiel ist deshalb das Angebot des Kreisjugendamts Unna, das durch eine qualifizierte und bedarfsorientierte Beratung 2012-2015 den Jugendhilfe-Etat um 345.000 Euro entlasten konnte.

Nachgewiesen wurde der Erfolg durch die wissenschaftliche Begleitung der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für soziale Arbeit (ISA). Danach erreichen Kinder, besonders in Familienzentren, eine Verbesserung ihrer Sprachbildung, ihrer Konzentrationsfähigkeit und ihrer motorischen Fähigkeiten. Ziel der Landesregierung ist deshalb, das Netz in den Kommunen weiter auszubauen: „Kein Kind zurücklassen“ für ganz NRW!

Prävention hilft und kann Geld sparen

Für mich steht fest, dass Prävention den Familien hilft und am Ende sogar dafür sorgen kann, dass die Stadt Geld spart.

Ich bin deshalb davon überzeugt, dass auch Neuss vom Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen“ profitieren sollte und auf schon vorhandenen „sozialen Frühwarnsystemen“ eine Neusser Präventionskette aufgebaut werden muss.

Wenn der Stadtrat dem Antrag der SPD folgt und die Verwaltung eine entsprechende Interessensbekundung gegenüber dem Ministerium abgibt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Neuss auch bald Modellkommune für Prävention ist.

Bis zum Jahresende werden 22 neue Modellkommunen aus dem Kreis der Bewerber-Städte ausgewählt. Sie erhalten vom Land inhaltliche Unterstützung durch die Landeskoordinierungsstelle, gezielte Beratung, wissenschaftliche Begleitung und einen Personalkostenzuschuss.

Das Video zur Pressekonferenz der Landesregierung:

 

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