Kinder in den Neusser Kitas sollen künftig kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen.

Für die nächste Sitzung des Stadtrates wird die SPD-Fraktion auf meine Initiative hin einen Antrag einbringen, um für Kita-Kinder künftig kostenloses Bus- und Bahnfahren zu ermöglichen. Auf die Idee brachte mich ein Gespräch mit einer Sozialarbeiterin des SKF (Sozialdienst katholischer Frauen), die von den Schwierigkeiten berichtet, wenn ein Ausflug der Kita stattfinden soll.

Zur Zeit ist es in Neuss nämlich so: fünfjährige Kinder dürfen kostenlos Bus und Bahn fahren. Danach wird ein Kinderticket erforderlich, auch wenn diese Kinder noch die Kita besuchen. Dieses kostet pro Fahrt 1,60 Euro. Somit dürfen manche Kita-Kinder gratis fahren, während ältere Kinder der gleichen Tagesstätte bezahlen müssen. Wird der organisatorische Aufwand für die Kitas, wie etwa für das Geldeinsammeln bei den Eltern, den Ticketkauf etc. zu hoch, so fürchte ich, fällt der Ausflug im Zweifel ins Wasser. Das Problem wollen wir nun beseitigen.

Vorbild für unsere Initiative ist unter anderem der Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Dort werden seit dem 1. August 2015 sechsjährige Kindergartenkinder (und auch alle anderen Kinder unter 7 Jahre, die noch keine Schule besuchen) kostenfrei bis zur Einschulung mit Bus und Bahn befördert (Klick für weitere Infos des VRS).

Dies wünsche ich mir auch für die Stadt Neuss und den hiesigen VRR, damit Ausflüge der Kitas, etwa zum Schwimmbad, zu Kultureinrichtungen oder zur Gesundheitsberatung leichter möglich sind als jetzt.

Kitakinder früh an den ÖPNV heranführen.

Der VRS hat aber noch einen weiteren Vorteil erkannt, wie der Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag erklärt: „Wir möchten, dass die Kinder so früh wie möglich die Nutzung des ÖPNV erlernen. Auch die Freifahrt von Kindergartenkindern ist hierfür entscheidend.“

Damit auch Neusser Kitakinder künftig gratis Bus und Bahn fahren dürfen, bringen wird den erwähnten  Antrag in den Neusser Stadtrat ein und hoffen auf breite Zustimmung. Die Stadtwerke sollen dann gegenüber dem VRR aktiv werden. Der VRR plant nämlich, so mein Kenntnisstand, eh eine Tarifüberarbeitung und könnte diese familienfreundliche Leistung dann gleich mit umsetzen.

Unterstützt werden ich bei meinem Bemühen unter anderen durch Marc Vanderfuhr. Er ist der stellvertretende Vorsitzende des Neusser Jugendhilfeausschusses und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke und will sich für den Antrag stark machen. „Die Ungleichbehandlung kann man wirklich keinem erklären, hier gibt es dringenden Handlungsbedarf“, meint auch Marc Vanderfuhr.

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